Startseite: Schöne bunte Herbstmode vom »Wunderhaus« trug Neele Schütze, Assistentin von Tourismusdirektorin Birgit Friese, bei unserem Shooting zum Thema im Avenarius-Park.
Fotos: Nicole Mai
DAS PRODUKTIONS-TEAM IM INTERVIEW ÜBER PROKAMPEN DIGITAL
Mit den PROKAMPEN-Designerinnen Maren Meyer-Ernsting und Nina Broyer sprach PROKAMPEN-Textchefin Imke Wein über die kleine technische Revolution beim Dorfmagazin.
Bis vor kurzem waren digitale Varianten von Zeitungen und Magazinen zwar praktisch, aber immer nur halb so sexy wie die gedruckte Ausgabe. Das wollten wir für PROKAMPEN anders machen… //
Nina Broyer: So ist es. Wenn schon, denn schon – hieß die Prämisse. Als wir zusammen mit Tourismusdirektorin Birgit Friese als Herausgeberin, mit Dir, Imke, als Redakteurin und mit Tobi Enkelmann für die Anzeigen die Frage diskutierten, ob wir PROKAMPEN in die digitale Welt überführen wollen, haben wir profund recherchiert, alle Möglichkeiten durchgespielt und uns auch auf der »OMR«, der größten Digitalmesse Europas hier in Hamburg, schlau gemacht. Wir wollten das für ProKampen so lösen, dass es für Leserinnen und Leser Vorteile bringt und die Schönheit und Qualität des gedruckten Magazins wahrt.
Maren Meyer-Ernsting: Ich trainiere bei St. Pauli eine Handballmannschaft und war immer begeistert vom digitalen Magazin des Vereins. Das junge Unternehmen, das die Software für St. Pauli und andere Unternehmungen für deren Magazin-Gestaltungen liefert, heißt »Novamag«. Die sind in diesem Software-Spezialgebiet bislang unerreicht. Wir haben Kontakt aufgenommen und eine ProKampen-
Lösung gefunden, die uns alle Tools und Möglichkeiten bietet, die wir für unseren Qualitätsanspruch brauchen.
Welche Qualitätsmerkmale sollte die ProKampen denn digital erfüllen? //
MME: Für den Nutzer soll die Anwendung möglichst einfach, responsiv und intuitiv sein. Wir wollten bewegte Bilder und Audiodateien integrieren können, Verlinkungen schaffen und einen hohen Lesekomfort ermöglichen. Genau da sind wir jetzt angelangt, was aber nicht heißt, dass wir uns darauf ausruhen… Das digitale Publizieren auf diesem Niveau ist noch ein junges Feld. Es gibt ständig spannende Neuerungen.
Die ersten drei Ausgaben, einschließlich dieser, stehen im Netz. Jetzt darf sich das Ganze weiterentwickeln. Welchen Stellenwert hat die ProKampen digital für Euch als Artdirektorinnen? //
NB: Für uns war das Ganze ein grandioser Learning-by-Doing-Prozess. Wir arbeiten gerne so, dass wir an neuen Herausforderungen wachsen können und unser Portfolio als Agentur damit stetig erweitern. Auch in diesem Fall hat sich unsere Innovationslust gelohnt – finden wir jedenfalls. Durch die digitale Variante erlebt ProKampen eine Veredelung.
Das Projekt »PROKAMPEN« finanziert sich durch Anzeigen. Herausgeber ist der Tourismus-Service. Ist es auch für Kampener Unternehmen spannend, den Schritt ins Digitale mitzugehen? //
NB: Unbedingt. Als Immobilienbüro oder Vermietagentur kann man z. B. seine Objekte als Film zeigen oder als Boutique seine Ware als Bewegtbild präsentieren. Als Restaurant kann ich die Speisekarte verlinken, als Hotel durchs Haus führen. Der Leser, also potenzielle Kunde, kann überall auf der Welt auf die Ausgabe zugreifen. Tobias Enkelmann, unser Anzeigen-Profi, berät natürlich gerne.
Was glaubt Ihr, wo wir mit ProKampen in ein paar Jahren stehen? // MME: In Kreativ- und Medien-Berufen ist es jetzt gerade noch spannender, als es bisher schon war. Man kann aktuell zum Beispiel nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob die Print-Ära sich wirklich dem Ende zuneigt, ob wir bald fast ausschließlich digital gestalten oder es noch wieder ganz andere Formen geben wird. Die Öko-Bilanz als Hauptargument gegen Print ist jedenfalls nicht wirklich überzeugend. Wird ein Printprodukt von mehr als drei Menschen in die Hand genommen und auf Recycling-Papier gedruckt, ist das Druckerzeugnis umweltfreundlicher als die Digitalausgabe. Aber natürlich gibt es auch andere Argumente für Digitales und die Gewohnheiten verändern sich. Wir werden sehen, was passiert, und immer schön dran bleiben.
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz ist auch ein Thema, bei dem bislang nur schwer absehbar ist, was das für unsere Berufe bedeutet… //
MME: Unsere Prämisse war bislang eindeutig: Da, wo sich durch Technik Zeit sparen und Qualität verbessern lässt, da nutzen wir sie. Das ist auch in Bezug auf die KI so.
NB: Es gibt schon jetzt Bereiche, wo die Möglichkeiten der KI für uns genial sind. Ein Beispiel: Früher haben wir im Bedarfsfall den Hintergrund eines Bildes mit »Photoshop« mühsam verändert, das macht die KI jetzt in Nullkommanix und besser, als es per Hand gelingen kann. Trotzdem sehen wir natürlich auch die Gefahren, die potenziell in der KI stecken… darüber sprechen wir dann ein anderes Mal ausführlich.
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in medias red
ein kreativer Bauchladen
Als Kattrin und Werner Rudi 2001 das Konzept für die ProKampen entwickelten und den Tourismus-Service dafür begeisterten, setzten die beiden Journalisten das schicke Dorfmagazin mit einer Hamburger Layoutagentur um. Dort war Maren Meyer-Ernsting als junge Grafikerin im Einsatz und lernte so das Magazin und die »Sylter Verhältnisse« kennen. Zusammen mit ihrer Ex-Kommilitonin Nina arbeitete sie wenig später bereits in etlichen Projekten zusammen, was so freudvoll war, dass die beiden entschieden, sich 2011 zusammen selbstständig zu machen. Für Sylter*innen, aber auch Kund*innen in der ganzen Republik gestalten, produzieren und illustrieren die beiden Frauen in ihrem Büro in der Hamburger Sternschanze mit einem fünfköpfigen Team nicht nur Editorial-Projekte wie ProKampen: Sie entwickeln Logos und Corporate Designs, relaunchen vorhandene Geschäftsidentitäten, schaffen digitale Präsenz, analoge Kommunikationsmittel oder auch die perfekte Verpackung für schöne Produkte. Das »Café Wien«, das »Hotel Rungholt« und die »Sylt Marketing GmbH« sind gute Beispiele für Sylter Kunden, die in Kommunikations- und Designfragen mit »in medias red« zusammenarbeiten. Zitat Nina und Maren: »Wenn wir im Leben beruflich nochmal etwas ganz anderes machen, dann in jedem Fall zusammen.« Ein schönerer Satz, um gute Zusammenarbeit zu beschreiben, lässt sich schwerlich finden. www.inmediasred.de
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Die beiden Designerinnen haben noch ein zweites geschäftliches »Baby«. www.designkonsorten.de entwickelt entzückende Stempelsets für alle Lebenslagen.
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