90 ist das neue 80? »So ein Quatsch! Auch 80 Jahre alt zu werden, ist schon eine Gnade – ein wirklich seltenes Glück. Natürlich haben wir heute alle die besten Voraussetzungen, lange in guter Form zu sein. Nicht jeder nutzt das. Mir wurde aber auch reichlich Vitalität und Resilienz geschenkt – ein wenig Disziplin gehört auch dazu«, versichert die dezidierte Dame mit den pfeilschnellen Gedanken und einer Erscheinung, die jeden Porträtmaler inspirieren dürfte. Insbesondere wenn die zierliche Person mit den strahlenden Augen vor dem rosenumrahmten »Ahnenhof« sitzt. Eine Idylle, die ihresgleichen sucht.
Ruth Nohl aus Düsseldorf, Mutter, Groß- und Urgroßmutter, umgeben von einem großen Freundeskreis und seit ihrer Geburt Kampen in den Sommermonaten fast treu. Nur die Kriegsjahre über war der Ferienaufenthalt auf der Insel weitgehend ausgeschlossen. »Vor über sieben Jahrzehnten war ich mit meiner Familie schon mal im ›Ahnenhof‹ – damals ›Haus Zapf‹ – bei Albertine Zapf, der Großtante des heutigen Gastgebers Sven Scheppler«, plaudert Ruth Nohl.

Ruth Nohl war begeistert, wie sie von
Sven Scheppler 75 Jahre nach ihrem
ersten Besuch ihrer Familie im »Ahnenhof« –
(ehemals »Haus Zapf«) empfangen wurde.
Ruth Nohl nimmt ungern ein Blatt vor den Mund. Vielleicht auch ein Faktor für das vielzitierte Konzept der »Longevity«.
»Mein Vater handelte mit Früchten im großen Stile. Wir reisten damals immer mit Pferden und Hausmädchen an und logierten eigentlich im ›Rungholt‹ bei Netti Nann*. Die hatte uns aber in dem einen Sommer vergessen – und so mussten wir kurzfristig umdisponieren. Frau Zapf im ›Ahnenhof‹ nahm uns auf«, berichtet Ruth Nohl strahlend. Das muss gewesen sein, kurz nachdem der »Ahnenhof« im Juli 1950 durch Funkenflug der Inselbahn bis auf die Grundmauern abgebrannt war und schon ein Jahr später neu eröffnete.

Ihre eigenen Reitpferde mit nach Sylt
zu bringen, gehörte für die Familie von
Ruth Nohl mit zu den Standards ihrer Ferien.
Ruth Nohl erinnert auch, dass ihre Familie, ihr Mädchenname war Quast, auf ihren Kampen-Reisen in den späten 40er-Jahren direkt nach dem Krieg Lebensmittel mit zu Netti Nann ins »Rungholt« brachte.
»Wir saßen ja an der Quelle für Lebensmittel. Was für ein Glück. Netti Nann machte uns eine Liste, und wir brachten mit nach Sylt, was ging.«
Das Quartier von Ruth Nohl wechselte in ihren fast neun Jahrzehnten Kampen immer mal wieder, so wie sich auch die Lebensumstände veränderten. Die Liebe zum Dorf zwischen den Meeren indes blieb. Lange Jahre wohnte Ruth Nohl mit ihrer eigenen Familie, sie hatte Mitte der 50er-Jahre ihren Mann Willi, einen ebenfalls erfolgreichen Geschäftsmann, geheiratet, in der legendären Pension »Hinchley Wood« mitten in Kampen.
Urlaubsritual Nr 1: Spaziergänge durch das Dorf.
»Mein Mann hat mir gegenüber immer gesagt, dass er Sylt überhaupt nicht mag. Vor Freunden hat er dann jedoch regelmäßig geschwärmt. Das bekam ich natürlich brühwarm berichtet. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er: ›Wenn Du wüsstest, dass es mir in Kampen gefällt, würden wir jedes Jahr noch eine Woche länger bleiben‹«, erinnert sie die Taktik ihres Mannes, den sie jetzt bereits seit 20 Jahren schmerzlich vermisst. »Natürlich lebe ich seit Willis Tod auch als Frau extrem selbstbestimmt. Aber eigentlich war ich das schon immer. Mein Mann hat genau das an mir geliebt. Aber meine Sylter Sommer habe ich nach seinem Tod tatsächlich immer länger ausgedehnt.«
Das »Ruthchen«, wie ihre vielen Freunde sie nennen, kennt in Kampen jeden Stein mit Namen, das Dorf ist ein Stück Zuhause. Sie liebt die Vielfalt der Landschaft, die über Jahrzehnte gewachsene menschliche Vielfalt ihres Strandlebens an der »Buhne 16«, und das abendliche Ausgehen schätzt sie auch. »Ich bin aber auch ein Fan von dörflichen Traditionen wie dem Feuerwehrfest, und ich gehe gerne zu Beate ins ›Kaamp Meren‹. Das ist Gastlichkeit, wie ich sie mag«, benennt sie eines ihrer Lieblingslokale im Dorf.
Wenn ihr mal etwas nicht so passt, dann sagt sie es Tourismusdirektorin Birgit Friese ganz deutlich.
»Aber eigentlich versuche ich im Moment zu sein und nicht ständig, die ›Früher-war-alles-besser‹-Platte auszupacken. Gar nicht so einfach«,
meint sie mit Augenzwinkern. Ihre Strenge verfliegt, wenn sie Vertrauen schöpft. Dann kommt ihr leiser, feinfühliger Kern zum Vorschein. Gerade spazieren junge »Ahnenhof«-Gäste vorbei. Ruth Nohl unterbricht das Interview kurz für eine Plauderei. Der Charme dieser alten Dame ist unausweichlich. Sie ist gern geselliger Mittelpunkt – ganz gleich, wo sie sich befindet. Ein gutes Pfund rheinischer Frohnatur steckt unbedingt in ihr.
Ihr Alter betrachtet Ruth Nohl demütig »als Geschenk«. Im Sommer 2024 konnte sie nicht nach Sylt kommen, sie vermutet, dass sie als Folge ihrer Corona-Impfungen an einer großen körperlichen Schwäche mit Schmerzen litt. Mit Hilfe unterschiedlichster Naturheilkräfte und ihres ungetrübten Lebenswillens hat sie sich zurücktrainiert ins Leben.
Dieses Jahr ist sie zum ersten Mal mit dem Flugzeug aus Düsseldorf angereist und fand das »mega bequem«. »Ich bin stolz. Habe mich in diesen Ferien in Kampen von Bank zu Bank bewegt und bin richtig schöne Strecken gelaufen«, erzählt sie strahlend. Wie früher jeden Tag einmal von der »Buhne 16« am Flutsaum bis nach List und zurück, ging zwar noch nicht wieder. Aber wer weiß, was nächstes Jahr ist...
…kennt sich und seine Bedürfnisse en détail. Eine Fähigkeit, die für Männer, selbst wenn sie 90 Jahre alt sind, nicht unbedingt selbstverständlich ist.
»Wenn ich auf Sylt ankomme, dann brauchen mein Körper, mein Geist und meine Seele eine Weile, um hier anzukommen. Das Klima ist auf der Insel wild und zerlegt den Menschen in seine Einzelteile, die dann stärker wieder zusammenfinden«,
beschreibt der Feingeist den Insel-Effekt. Ein Rhythmus, dem er sich nicht widersetzt, sondern hingibt. Seit er 1950 das erste Mal aus München nach Kampen kam, ist er hingerissen von der Energie und Kraft dieses Ortes. »Es macht gar keinen Sinn, nur ein paar Tage nach Sylt zu kommen. Drei Wochen sollten es schon sein«, versichert er in seinem sandfarbenen, selbst ausgebauten »Unimog«, der schon die Wüsten dieser Welt durchquert hat und im Sommer auf Sylt seine Herberge, seine Burg, sein Sommeratelier ist. Von hier aus überschaut er mit weitem Blick die Campingidylle Richtung Wäldchen und Dünen. Apropos Weite: Der gesamte Lebensentwurf von Ernst Reinhold ist das Gegenteil von eng. Ein Gespräch mit ihm fördert profunde Erkenntnisse zutage, vorgetragen in einer beinahe literarischen Sprache, die wahrscheinlich sogar Thomas Mann beeindruckt hätte.
»Die Kunst ist mein Lebenssinn. Das einzige, was dem nahe kommen könnte, ist es, von vielen Kindern und Enkelkindern umgeben zu sein. Aber das ahne ich bloß, denn mein Leben und Familie waren wohl schwer vereinbar«, sinniert Reinhold ohne Wehmut, denn er hat sich bewusst für beständigen Wandel und große Abenteuer entschieden. Ein Leben, das romanhaft, aber auch kompromisslos ist.
In seinem »Sommeratelier« – mit dem er schon die
Wüsten der Welt bereiste – hält Ernst Reinhold einen
Teil seines Schaffens zur Ansicht bereit.
Der Künstler-Lebenskünstler kam 1935 an der heutigen tschechischen Grenze im Ort Asch in Nordwestböhmen zur Welt. An die Flucht als gerade Zehnjähriger alleine über Wochen kurz vor Kriegsende erinnert er sich noch schmerzhaft genau. »Es gab etliche Untiefen in meinem Leben. Das Schwere auszuhalten und damit zu leben, hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Diese Energie findet auch Ausdruck in meiner Malerei.«
Immer war er auf der Suche nach Erkenntnis und nicht wirklich interessiert an bürgerlichen Sicherheiten. Er war stark genug, um Lebensentscheidungen anders zu treffen, als der Mainstream es vielleicht vorsieht. Stichwort: Ehe. »Frauen sind ja klug. Darum haben sie sich nie langfristig auf mich eingelassen«, sagt er lächelnd. 1955 hat Ernst Reinhold die Otto-Falkenberg-Schauspielschule besucht. Danach legte er eine Film- und Theaterkarriere hin, die sich sehen lassen kann. Er wirkte in etlichen großen Filmen seiner Zeit (z.B. »Rommel ruft Kairo«) mit, arbeitete mit großartigen Regisseuren. Als er sich mit der Magie der ägyptischen Kultur auseinandersetzte, merkte er, dass ihm die Filmwelt zu sehr an der Oberfläche kratzte. Er wechselte auf die andere Seite, arbeitete als Fotograf, Kameramann, Regieassistent (bei Harry Buckwitz). Und als er dieses Metier erfolgreich durchdrungen hatte, schloss er auch damit ab. Seine Faszination für die bildende Kunst hatte er schon 1960 in Schweden entdeckt und dann weiter ausformuliert. Er spürte die soghafte Anziehung, Kunst zu schaffen, arbeitete aber zudem in Tätigkeiten, mit denen man »für eine würdevolle Existenz sorgen kann«. Viele Jahre war es die Fotografie, die ihn ernährte. Seine künstlerische Arbeit selber zu promoten, liegt ihm indes nicht.

Das »Pony«: ein Gemälde, das die explosive
Energie des Kampener Nachtlebens in
den 60er- und 70er-Jahren wunderbar einfängt.
Wie gut, dass er Menschen hat, die den Wert seiner Malerei kennen. Eine Freundin aus München hat sein gesamtes Werk digitalisiert. Er hat eine Tipptopp-Webseite (sie wird gerade aktualisiert) und korrespondiert von seiner Sommerresidenz aus mit bester Technik. »Ausstellungen zu organisieren oder Galeristen zu finden, hält mich viel zu sehr ab von dem, was ich eigentlich will: malen!« Er mag, wenn seine Bilder und Menschen beinahe zufällig zusammenkommen. Seine wunderschön »speckige« Ledermappe und eine Auswahl seines Werks hat er immer dabei.
Er hat in der Kreation schon viele Zyklen durchlaufen – aktuell sind seine Bilder, die er noch bis in den tiefen September hinein im Kampener Sommeratelier malen wird, Wesen, die sich über die Jahre seines Schaffens in immer anderer Form zeigen. »Die Kunst nimmt mich an die Hand«, beschreibt er den Prozess.
In den 70er-Jahren widmete sich Ernst Reinhold übrigens auch dem Leistungssport und gewann 1973 mal eben die Weltmeisterschaft in Frankreich – in der Bootsklasse »Soling« mit dreiköpfiger Be-satzung. Als er in diesem Metier nicht noch mehr erreichen konnte, steuerte er auf neue Ufer zu. Er umreiste die Welt, gewann bei seiner ersten Wüstenerfahrung im Sudan so tiefe Erkenntnisse über die menschliche Existenz und sich selbst, dass er bis heute auf einem Fundament der Wahrhaftigkeit zu ruhen scheint.
»Sylt, vor allem Kampen, (Nirgendwo sonst auf der Insel ist der Boden so kraftvoll wie hier!) ist für mich Inspiration, Kraftort, Seligkeit und Gemeinschaft.«
Reinhold war zudem vor 44 Jahren der Begründer des legendären Volleyball-Turniers an der »Buhne 16«. Dort weht noch immer seine 3 x 7 Meter große Fahne mit philosophischen Sprüchen. Ein Kunstwerk im öffentlichen Raum. »Mit 80 habe ich aufgehört, selbst zu spielen, aber ich bin natürlich da – für den Support«, versichert er. 
Kraftvolle Werke: Mehr davon gibt’s
auf der Webseite www.ernst-reinhold.de
– sobald sie aktualisiert ist.
90 ist das neue 80? »So ein Quatsch! Auch 80 Jahre alt zu werden, ist schon eine Gnade – ein wirklich seltenes Glück. Natürlich haben wir heute alle die besten Voraussetzungen, lange in guter Form zu sein. Nicht jeder nutzt das. Mir wurde aber auch reichlich Vitalität und Resilienz geschenkt – ein wenig Disziplin gehört auch dazu«, versichert die dezidierte Dame mit den pfeilschnellen Gedanken und einer Erscheinung, die jeden Porträtmaler inspirieren dürfte. Insbesondere wenn die zierliche Person mit den strahlenden Augen vor dem rosenumrahmten »Ahnenhof« sitzt. Eine Idylle, die ihresgleichen sucht.
Ruth Nohl aus Düsseldorf, Mutter, Groß- und Urgroßmutter, umgeben von einem großen Freundeskreis und seit ihrer Geburt Kampen in den Sommermonaten fast treu. Nur die Kriegsjahre über war der Ferienaufenthalt auf der Insel weitgehend ausgeschlossen. »Vor über sieben Jahrzehnten war ich mit meiner Familie schon mal im ›Ahnenhof‹ – damals ›Haus Zapf‹ – bei Albertine Zapf, der Großtante des heutigen Gastgebers Sven Scheppler«, plaudert Ruth Nohl.

Ruth Nohl war begeistert, wie sie von
Sven Scheppler 75 Jahre nach ihrem
ersten Besuch ihrer Familie im »Ahnenhof« –
(ehemals »Haus Zapf«) empfangen wurde.
Ruth Nohl nimmt ungern ein Blatt vor den Mund. Vielleicht auch ein Faktor für das vielzitierte Konzept der »Longevity«.
»Mein Vater handelte mit Früchten im großen Stile. Wir reisten damals immer mit Pferden und Hausmädchen an und logierten eigentlich im ›Rungholt‹ bei Netti Nann*. Die hatte uns aber in dem einen Sommer vergessen – und so mussten wir kurzfristig umdisponieren. Frau Zapf im ›Ahnenhof‹ nahm uns auf«, berichtet Ruth Nohl strahlend. Das muss gewesen sein, kurz nachdem der »Ahnenhof« im Juli 1950 durch Funkenflug der Inselbahn bis auf die Grundmauern abgebrannt war und schon ein Jahr später neu eröffnete.

Ihre eigenen Reitpferde mit nach Sylt
zu bringen, gehörte für die Familie von
Ruth Nohl mit zu den Standards ihrer Ferien.
Ruth Nohl erinnert auch, dass ihre Familie, ihr Mädchenname war Quast, auf ihren Kampen-Reisen in den späten 40er-Jahren direkt nach dem Krieg Lebensmittel mit zu Netti Nann ins »Rungholt« brachte.
»Wir saßen ja an der Quelle für Lebensmittel. Was für ein Glück. Netti Nann machte uns eine Liste, und wir brachten mit nach Sylt, was ging.«
Das Quartier von Ruth Nohl wechselte in ihren fast neun Jahrzehnten Kampen immer mal wieder, so wie sich auch die Lebensumstände veränderten. Die Liebe zum Dorf zwischen den Meeren indes blieb. Lange Jahre wohnte Ruth Nohl mit ihrer eigenen Familie, sie hatte Mitte der 50er-Jahre ihren Mann Willi, einen ebenfalls erfolgreichen Geschäftsmann, geheiratet, in der legendären Pension »Hinchley Wood« mitten in Kampen.
Urlaubsritual Nr 1: Spaziergänge durch das Dorf.
»Mein Mann hat mir gegenüber immer gesagt, dass er Sylt überhaupt nicht mag. Vor Freunden hat er dann jedoch regelmäßig geschwärmt. Das bekam ich natürlich brühwarm berichtet. Als ich ihn darauf ansprach, sagte er: ›Wenn Du wüsstest, dass es mir in Kampen gefällt, würden wir jedes Jahr noch eine Woche länger bleiben‹«, erinnert sie die Taktik ihres Mannes, den sie jetzt bereits seit 20 Jahren schmerzlich vermisst. »Natürlich lebe ich seit Willis Tod auch als Frau extrem selbstbestimmt. Aber eigentlich war ich das schon immer. Mein Mann hat genau das an mir geliebt. Aber meine Sylter Sommer habe ich nach seinem Tod tatsächlich immer länger ausgedehnt.«
Das »Ruthchen«, wie ihre vielen Freunde sie nennen, kennt in Kampen jeden Stein mit Namen, das Dorf ist ein Stück Zuhause. Sie liebt die Vielfalt der Landschaft, die über Jahrzehnte gewachsene menschliche Vielfalt ihres Strandlebens an der »Buhne 16«, und das abendliche Ausgehen schätzt sie auch. »Ich bin aber auch ein Fan von dörflichen Traditionen wie dem Feuerwehrfest, und ich gehe gerne zu Beate ins ›Kaamp Meren‹. Das ist Gastlichkeit, wie ich sie mag«, benennt sie eines ihrer Lieblingslokale im Dorf.
Wenn ihr mal etwas nicht so passt, dann sagt sie es Tourismusdirektorin Birgit Friese ganz deutlich.
»Aber eigentlich versuche ich im Moment zu sein und nicht ständig, die ›Früher-war-alles-besser‹-Platte auszupacken. Gar nicht so einfach«,
meint sie mit Augenzwinkern. Ihre Strenge verfliegt, wenn sie Vertrauen schöpft. Dann kommt ihr leiser, feinfühliger Kern zum Vorschein. Gerade spazieren junge »Ahnenhof«-Gäste vorbei. Ruth Nohl unterbricht das Interview kurz für eine Plauderei. Der Charme dieser alten Dame ist unausweichlich. Sie ist gern geselliger Mittelpunkt – ganz gleich, wo sie sich befindet. Ein gutes Pfund rheinischer Frohnatur steckt unbedingt in ihr.
Ihr Alter betrachtet Ruth Nohl demütig »als Geschenk«. Im Sommer 2024 konnte sie nicht nach Sylt kommen, sie vermutet, dass sie als Folge ihrer Corona-Impfungen an einer großen körperlichen Schwäche mit Schmerzen litt. Mit Hilfe unterschiedlichster Naturheilkräfte und ihres ungetrübten Lebenswillens hat sie sich zurücktrainiert ins Leben.
Dieses Jahr ist sie zum ersten Mal mit dem Flugzeug aus Düsseldorf angereist und fand das »mega bequem«. »Ich bin stolz. Habe mich in diesen Ferien in Kampen von Bank zu Bank bewegt und bin richtig schöne Strecken gelaufen«, erzählt sie strahlend. Wie früher jeden Tag einmal von der »Buhne 16« am Flutsaum bis nach List und zurück, ging zwar noch nicht wieder. Aber wer weiß, was nächstes Jahr ist...
