No 92
Sommer 2024
9/18

Links: Spannende Menschen und ihre Bücher präsentieren Birgit Friese und Moderatorin Imke Wein im Literatursommer 2024.


Allerbeste Buchstabensuppe

An etlichen Donnerstagen im Sommerhalbjahr ist im Saal des Kaamp-Hüs 
 »Showtime«. 25 Jahre feiert der Literatursommer unter der Regie von Birgit Friese. Zuvor gab’s einige »Vorläufer« des Kulturereignisses in kleinerer Runde. »Die ersten Jahre habe ich das Programm mit einer Agentur zusammen entwickelt. Es war der wunderbare Roger Willemsen, der mir Mut machte, unser Autorenfestival doch einfach selbst zu organisieren«, erinnerte die Tourismusdirektorin auf einer Pressekonferenz zum Programm des Jubiläumssommers. 


Mit Momentaufnahmen und kleinen Anekdoten blickte Birgit Friese auf all die Begegnungen mit großen Persönlichkeiten unserer Zeit zurück. »Wenn ich auf unserem aktuellen Kultursommerflyer alle Namen der letzten 25 Jahre lese – bin ich selbst beeindruckt«, meinte Birgit Friese mit einem Augenzwinkern. Sie gedachte bei der Programm-Präsentation auch all der Dichter, Denker und berühmten Zeitgenossen, die in Kampen zu Gast waren und leider schon verstorben sind – wie eben Roger Willemsen, Wolfgang Schäuble oder Hellmuth Karasek. 

Obwohl sich das Format über die Jahre von der reinen Lesung zu einem kurzweiligen, moderierten Gespräch mit Lesemomenten entwickelt hat, macht den Charme des Literatursommer bis heute aus, große Persönlichkeiten aus der Nähe zu erleben, einen tiefen Eindruck von populären Büchern und ihren Autoren zu gewinnen. »Jeder Abend schafft unvergessliche Erinnerungen und weitet den Horizont«, sagte Birgit Friese und resümiert damit die Intention des Literatursommers.

Nobelpreisträger Stefan W. Hell war im Mai schon zu Gast. Tatort-Kommissar und Theater-Schauspieler Jörg Hartmann ebenfalls. Gegen Ende der Saison, am Donnerstag, den 10. Oktober, gibt sich Giovanni di Lorenzo die Ehre. Alles, was dazwischen liegt: auf der nächsten Seite. Der vielbeschäftigte Journalist und Moderator di Lorenzo hat PROKAMPEN-Autorin Imke Wein trotz seiner Verpflichtungen netterweise ein schnelles Interview als Vorgeschmack auf den Oktober gewährt. Hier ist es…


 5 FRAGEN AN: 
>> Giovanni di Lorenzo



ZEIT-Produktion, den Leitartikel schreiben, die Moderation von »3 nach 9« und noch eine Dienstreise – das alles in einer Woche… Vielbeschäftigt zu sein, ist ein Habitus, an den man sich super gewöhnen kann. Gelingt Ihnen ebenso das Konzept »totaler Müßiggang«? Wenn ja, wie? // 

Giovanni di Lorenzo: »Total« ist schwierig geworden. Am ehesten noch, wenn ich mit Kindern spiele, koche oder mir Kunst anschaue. 

Hatten Sie irgendwann mal ernsthaft den Gedanken: »Und jetzt bewirtschafte ich einen alten Borgo in der Toskana und vermarkte ökologisch wertvolle Wildkräuter oder eröffne eine Bar«? Kennen Sie Aussteigerphantasien?  //

G. d. L.: Ein Häuschen in der Toskana habe ich, das ich auch sehr liebe. Aber Aussteigerphantasien hatte ich nie, weil ich nicht trennen kann zwischen Arbeit und Leben. Arbeit ist für mich auch Leben, sehr oft eine besonders schöne Seite.  

In Ihr Buch »Vom Leben und anderen Zumutungen« haben es Interviews und Begegnungen geschafft, die Sie aus dem einen oder anderen Grund besonders mochten. Wann ist für Sie ein Gespräch ein gutes Interview? //

G. d. L.: Wenn ich das Gefühl habe, dass über das Gespräch auch eine Art Porträt des Befragten entsteht. In diesem Sinne haben mich besonders die Begegnungen mit dem Papst und, das wird Sie vielleicht wundern, Udo Jürgens berührt.  

Das besprechen wir dann unbedingt noch im Oktober auf der Kampener Bühne. Sie bekommen immer extrem viel mit von all den Kräften, die die Welt gerade bewegen und erschüttern. Welches Thema lässt Ihnen gerade keine Ruhe? //

G. d. L.: Die Menschen, die in der Ukraine ihr Land verteidigen, die Familien, die um diese Männer bangen. Die Geiseln der Hamas-Terroristen und die Zivilisten im Gazastreifen. Selbst ich merke, dass ich ab und zu eine kurze Nachrichtenabstinenz brauche.   

Wir freuen uns alle sehr auf Ihren Besuch. Welche Bilder stellen sich bei Ihnen ein, wenn Sie an Kampen denken? //

G. d. L.: Dass man an wunderschönen, alten Häusern vorbeigeht und denkt: Wie schade, dass man sich das nie im Leben wird leisten können!    

















 

Do. 10. Oktober // 20 Uhr 

Giovanni di Lorenzo 

Lesung & Gespräch 

»Vom Leben und anderen Zumutungen«
















++++ Literatursommer 2024 ++++ 

   



Do. 27. Juni // 20 Uhr
Moritz Rinke
»Ich könnte hier stundenlang sitzen und auf den Rasen schauen«

Lauter Liebeserklärungen an den Fußball brachte der literarische Allrounder Moritz Rinke pünktlich zum EM-Sommer in eine ungeheuer lesenswerte Form. Dieses Buch ist ein so vergnüglicher wie erhellender literarischer Streifzug durch den Kosmos dieses Sports. An der Seite eines Fans, der diese Welt innig liebt, sich aber nicht scheut, auch in ihre finsteren Winkel zu blicken. Der Dichter ist übrigens selbst aktiver Spieler der deutschen Nationalmannschaft der Autoren.






Do. 18. Juli // 20 Uhr
Lars Haider
»Ich lieb’ Dich überhaupt nicht mehr«

Der Chefredakteur des »Hamburger Abendblatt« hält sich in seinem regulären Berufsalltag strikt an Fakten. In seinen Hamburg-Krimis denkt der Journalist sich grandiose Verbrechen aus, die sich durch die Ermittlungen des Reporters Lukas Hammerstein aufklären. In der Bestseller-Krimi-Reihe von Lars Haider erscheint im September 2024 der dritte Fall. Hammersteins Ermittlungen werden von Udo Lindenberg höchst persönlich empfohlen.





Do. 25. Juli // 20 Uhr
Constantin Schreiber
»Kleopatras Grab«

Als der Priester der Sankt-Nicholas-Kirche in Alexandria tot aufgefunden wird, herrscht nicht nur in der Gemeinde heller Aufruhr: Alles deutet auf Mord hin. Doch wer oder was steckt dahinter – die Mafia, ein Familienstreit oder doch der erfolgshungrige Archäologe, der in den Gotteshäusern der Stadt etwas zu suchen scheint und vielen ein Dorn im Auge ist? Literatursommer-»Wiederholungstäter« Constantin Schreiber hat jenseits des »Tagesschau«-Studios einen Krimi verfasst, mit dem er Kampen in Spannung versetzen wird.





Do. 8. August// 20 Uhr
Thomas Hitzlsberger
»Mutproben«

Sein Coming-out im Jahr 2014 markierte einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen Homophobie im Fußball und in der Gesellschaft. Aber das war bei weitem nicht der einzige Moment seines Lebens, in dem er Mut bewiesen hat. Seine abenteuerreiche Lebensgeschichte hat er zusammen mit dem SZ-Autor Holger Gertz verfasst. Der engagierte Kämpfer für Vielfalt und Toleranz im Fußball und in der Gesellschaft wird von seiner sportlichen Karriere und den Unwuchten seines Lebens berichten und sich auch den Fragen des Publikums stellen.





Do. 15. August // 20 Uhr
Silke von Bremen
»Kleopatras Grab«

Die Sylter Gästeführerin, Autorin und Aktivistin Silke von Bremen hat mit Mitte 60 ihren Debütroman veröffentlicht und sorgte damit gleich für Furore. Die Geschichte spielt im Keitum der 70er-Jahre, in einer wirtschaftlich aufstrebenden Zeit, mitten im boomenden Tourismus, der nur noch wenigen Bewohnern des kleinen Friesendorfs Zeit lässt, über die Vergangenheit nachzudenken. Nicht so die Freunde Helma und Rudi, die endlich das Mysterium lösen wollen, warum ihre Mütter in den Kriegsjahren auf rätselhafte Weise ums Leben kamen. Ein packender Roman über zwei Sylter, die sich auf der Suche nach der Wahrheit in ein düsteres Kapitel der Insel stürzen.










KREATIVES SCHREIBEN: Am Ende des Literatursommers steht eine Lesung von Autor Jochen Rausch am 17. Oktober und die spannende Frage: Wie entdecke ich den Schriftsteller in mir? In einer Schreibwerkstatt am 18. & 19. Oktober werden Jochen Rausch und Ela Schnebbe allen Interessierten wichtiges Handwerkszeug vermitteln. Mehr dazu: im Literatursommerflyer // auf www.kampen.de und in der nächsten Ausgabe der PROKAMPEN.





 INFOS 

 BEGINN  20:00 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)  

 WO   Kaamp-Hüs, Hauptstr. 12  

 EINTRITT  EINTRITT  VVK: € 21,- / AK: € 25,-   

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