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Das Schaf »Dolly«, das erste geklonte Säugetier der Welt, wird geboren und die Ehe von Prinz Charles und Lady Di geschieden. Der Brandanschlag auf ein Lübecker Asylbewerberheim erschüttert die Republik. Verleger Henri Nannen verstirbt. Deutschland wird Fußball-Europameister und der Schachcomputer »Deep Blue« besiegt den Schachweltmeister Garry Kasparow. Papst Johannes Paul II. besucht Deutschland, zum »Unwort des Jahres« wird der Begriff »Rentnerschwemme« gekürt und zu den größten Hits des Jahres zählen »Killing me softly« der Band »The Fugees« sowie »Macarena« des Duos »Los del Río«. Und was haben Kampen und der Rest der Insel so alles erlebt? In einer bunten Mischung stellen wir Ereignisse des Jahres 1996 zusammen – passend zur PROKAMPEN No. 96.
Text: Frank Deppe | Bilder: Archiv Frank Deppe
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EIN MUSIKALISCHER ABEND
Vor hundert Zuhörern trat im Kaamp-Hüs zum letzten Mal der »Gemischte Chor Kampen« auf. Dessen Vorsitzende Ellen Preuß bedauerte, dass Nachwuchsmangel zu diesem Schritt geführt habe. »Aber aus neun Kehlen kann man leider keinen vollen Klangkörper bilden.« 1974 waren der Kampener Männergesangsverein von 1937 und der Kampener Frauenchor von 1953 zum Gemischten Chor Kampen fusioniert.
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Ein Unikat
Viele Kampener und Gäste werden sich noch an ihn erinnern: 1996 wurde Klaus-Jürgen Steindorff im elterlichen Haus in Kampen sesshaft. Zuvor hatte er es beruflich bis zum Admiral der Bundeswehr gebracht. Nach der Pensionierung trat der gebürtige Kampener in den Unruhestand, wurde Präsident des Marine-Golf-Clubs Sylt und offerierte den Urlaubern Dorfwanderungen, die er mit reichem Wissen unterlegte. Sein Credo: »Ich möchte den Menschen vor allem drei Aspekte näher bringen: die Natur von Kampen, die Toleranz von Kampen und das Dorf als Zufluchtsstätte während des Dritten Reichs, vor allem für verfemte Schriftsteller.« 2006 verstarb der allseits geschätzte Kampener Mitbürger.
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IN MEMORIAM
Am 4. Januar 1996 flaggt der Golf-Club halbmast. Ehrenmitglied Alois Ammerschläger war im 83. Lebensjahr verstorben. »Durch seine großzügige Grundstücksschenkung hat er unseren Club in der Gründungsphase maßgeblich auf den Weg gebracht. Durch seine Persönlichkeit und Aufgeschlossenheit war er ein Vorbild«, erklärte Clubpräsident Werner Mangelsen, der sein Amt nach zehn Jahren nun an Peter Matthiessen weitergab.
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Mit Charlotte Baldner verstarb 1996 eine Frau, deren Name eng mit dem Kampener »Klenderhof«, im Volksmund auch als »Springer-Burg« bekannt, verknüpft war. Die Tochter eines Warenhausbesitzers hatte das Anwesen 1933 von dem Architekten Otto Firle erbauen lassen und ihrem Mann geschenkt, dem renommierten Cellisten Max Baldner.
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1996 WAR’S EISIG Eigentlich hatten die Sylter gehofft, dass der Winter nun vorbei wäre. Doch bei minus vier Grad und kräftigem Wind setzte im Februar Dauerschnee ein, der sich zu Schneewehen türmte. Gravierendste Folge: Die Landstraße zwischen Westerland und Kampen war zeitweise unpassierbar. |
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Kampen – die Chronik
Das Buch »Kampen – ein Flirt fürs Leben« von Rolf Spreckelsen erscheint. Der geschichtsversierte Hamburger Architekt zeichnet darin präzise die Geschichte des Dorfes nach, angefangen von den einheimischen Seefahrern über bekannte Künstler bis hin zum Naturschutz.
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Na sowas …
Nicht nur, dass ein Paar aus Trier aus einem Westerländer Hotel verschwand und die Rechnung in Höhe von 800 Mark prellte: Der 31-Jährige und seine 43-jährige Begleiterin setzten zuvor auch noch das Bett in Brand. Nach dem namentlich bekannten, drogenabhängigen Paar wurde gefahndet.
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Weil viele Jugendliche am Westerländer Strand nachts ungehemmt feierten, Müll produzierten und Strandkörbe zerstörten, griffen Polizei und Stadt durch.
SECURITY & BEACHWORK
Nach zahlreichen Ruhestörungen und Sachbeschädigungen durch Jugendliche während der Saison des Vorjahres rüstete sich Westerland für den Sommer 1996 unter anderem mit einem privaten Wachdienst. Und auch die Polizei erhielt Unterstützung: Mehrere Beamte einer landesweiten Task Force wurden als Fußstreifen an Brennpunkten eingesetzt. Auch das »Beachworker«-Projekt feierte Premiere: Die Stadt Westerland stellte mehrere Pädagogik-Studenten ein, um ausufernde Strandpartys und andere Störungen einzudämmen.
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GESUNDES NASS
Die Rantumer »Sylt Quellesetzte nicht länger nur auf Mineralwasser, sondern nun auch auf Heilwasser: Aus 140 Metern Tiefe unterhalb der Rantumer Dünen gefördert, punktete das Wasser damit, einen hohen natürlichen Jod-Gehalt aufzuweisen.
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