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Den Friedensnobelpreis teilen sich Israels Ministerpräsident Jitzchak Rabin, Schimon Peres und Palästinenser-Führer Jassir Arafat für ein gemeinsames Abkommen. Beim Untergang der Ostseefähre »Estonia« sterben 900 Menschen. Roman Herzog tritt sein Amt als Bundespräsident an, während die deutschen Kicker bei der Fußball-WM bereits im Viertelfinale gegen Bulgarien ausscheiden. Abschied nehmen hieß es 1994 von den Schauspielern Heinz Rühmann und Burt Lancaster. Und was haben Kampen und der Rest der Insel so alles erlebt? In einer bunten Mischung stellen wir Ereignisse des Jahres 1994 zusammen – passend zur PROKAMPEN No. 94.
Text: Frank Deppe | Bilder: Archiv Frank Deppe
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TRAMPELPFADE ADE
Weil das Netz der Trampelpfade außerhalb der offiziellen Dünenwege auf eine Gesamtlänge von etwa 500 Kilometern angewachsen war und den Inseldünen empfindlichen Schaden zufügte, führte man im Jahr 1994 ein System zur Besucherlenkung ein: Alle Trampelpfade wurden abgesperrt, eine aufwändige Beschilderung sorgt seitdem dafür, dass sich der Andrang der Strandbesucher wieder auf die offiziellen, insgesamt 40 Kilometer langen Kies- und Holzwege zu den Stränden konzentriert.
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Plitsch-Platsch
Badespaß rund ums Jahr verspricht seit 1994 die »Sylter Welle«: Das Westerländer Freizeitbad ersetzte das betagte Wellenbad. Neben verschiedenen Angeboten im Badebereich hielt auch eine weitläufige Saunalandschaft in dem Neubau Einzug. Als ein Flaggschiff des Westerländer Freizeitangebots wurde der Baukörper in der Form eines Schiffes gehalten.
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True Crime Ein Tresor mit 20.000 Mark Inhalt verschwand über Nacht aus einem Kampener Lebensmittelgeschäft. Da am Gebäude keinerlei Einbruchsspuren festgestellt wurden, ging die Kripo davon aus, dass die Täter einen Schlüssel besaßen. |
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FALSCH, FÄLSCHER – KUJAU
Er narrte die Republik: Konrad Kujau erfuhr als Fälscher der »Hitler«-Tagebücher eine fragwürdige Berühmtheit. Drei Jahre musste er im Gefängnis absitzen, Ruhe suchte er später bei einsamen Strandspaziergängen auf Sylt. 1994 arrangierte Kujau in einer Westerländer Galerie eine dreiwöchige Ausstellung. Groß war der Andrang, als der Meisterfälscher zur Vernissage erschien. Seine Autogramme – wahlweise die Unterschriften von Helmut Kohl, Otto von Bismarck oder anderen Persönlichkeiten – rissen ihm die Menschen aus den Händen. Dann präsentierte Kujau seine Werke à la Picasso, Renoir oder Nolde. Und zwischen den prunkvollen Gemälden: garantiert echte Kujaus.
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Erholungsheim wird Deluxe-Herberge
Weichenstellung für das Luxusdomizil »Söl'ring Hof«: Die Gemeinde Rantum verkaufte das ehemalige Erholungsheim der Landeszentralbank an Günther Spranger. Der Investor der »Sylt Quelle« zahlte für das in den Dünen gelegene Anwesen zwei Millionen Mark. Bis dato hatte Spranger als Pächter den »Söl'ring Hof« als Hotel betrieben.
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Ein ungewöhnliches Konzert Die Popularität der Insel wurde durch eine neue Fernsehserie noch größer: Mehr als 4,6 Millionen Zuschauer sahen die erste Folge der »Sylter Geschichten«. Insgesamt sollte es die Unterhaltungsserie, bei der Schauspieler wie Claus Wilcke, Ralf Wolter und Evelyn Gressmann mitwirkten, auf 25 Folgen bringen. Als TV-Berater auf Sylt immer dabei: Oswalt Kolle, »Aufklärer der Nation« und langjähriger Kampen-Stammgast. |
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Drama unter Wasser
Weil im Wenningstedter Dorfteich durch eine Hitzeperiode akuter Sauerstoffmangel herrschte, verendeten Hunderte von Fischen. »Das Gewässer ist für lange Zeit biologisch tot«, befand ein Experte. Zentnerweise wurden tote Fische geborgen. Neben der Hitze war die (Über-)Fütterung der Wasservögel durch Spaziergänger der Grund für den abgesunkenen Sauerstoffgehalt. Währenddessen wurden am Ufer emsig Buden aufgebaut: Das traditionelle Dorfteichfest sollte dennoch stattfinden. »Was sollen wir machen? Es hilft dem Dorfteich auch nicht, wenn wir das Fest jetzt abblasen«, erklärte der Bürgermeister.
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PREMIERE DES MEERKABARETTS
1994 gastierte die ehemalige Theatergruppe »Fliegende Bauten« erstmals als »Meerkabarett« mit wechselnden Kleinkunstacts in Wenningstedt. Den Premierenabend bestritt vor mehreren hundert Zuschauern Jutta Wübbe alias »Marlene Jaschke«, eine Kunstfigur der unvergessenen Art.
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ALI, DER ALIGATOR
Diesem Badegast wollten die meisten Sylt-Urlauber wohl nur ungern im Meer begegnen: Ein Alligator stürzte sich am Brandenburger Strand im Norden Westerlands in die kühlen Fluten. Dabei handelte es sich um die Werbeaktion eines Zirkus, der auf Sylt gastierte. Der angeleinte Alligator »Ali« avancierte denn auch gleich zu einem beliebten Fotomotiv.
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