Gruppenbild ohne Dame. Alle bisherigen Präsidenten des Clubs auf einem Bild: (v.R.) die Ehrenpräsidenten Werner Mangelsen, Peter Matthiessen, Hans-Hermann Wegst, Werner Rudi und der neue Amtsinhaber: Dirk Erdmann.
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Andere Präsidentschaftswahlen der letzter Zeit polarisieren deutlich mehr und haben weitreichendere Konsequenzen: Tatsache ist aber, dass auch der Golf-Club Sylt bei seiner letzten Mitgliederversammlung einen neuen Chef gewählt hat. Und auch diese Neubesetzung des Ehrenamts bringt neue Weichenstellungen: Dirk Erdmann bespielt den Platz zwischen Wenningstedt, Braderup und Kampen seit Anbeginn – also seit über 30 Jahren: Er übernahm die Regie jetzt von Werner Rudi, dem innovativen Macher der letzten 15 Jahre. Lösung statt Konflikte – das ist auch Dirk Erdmanns Spezialgebiet. Nicht nur im Golf-Club, sondern auch in seinem Hotel und all seinen politischen Ämtern. Ein Interview zum Status quo seines bunten Straußes an Lebensbaustellen.
Du magst Innovation, aber auch den Pragmatismus: Im Hotel bist Du mit Deinem Büro gerade umgezogen und hast das XL-Office im Erdgeschoss Deiner Tochter überlassen. Denn Deine Frau und Du, ihr übergebt das Rungholt langsam aber sicher, in einem sanften Übergang, an Eure Kinder Lisa und Nico. Gewiss Euer größtes Projekt aktuell. Aber es gibt ja auch noch im Ehrenamt Neues… //
Dirk Erdmann: Stimmt. Den Vorsitz der Sylter DeHoGa habe ich abgegeben, dafür bin ich jetzt Präsident meines Heimat-Golfclubs. Auf die Aufgabe freu ich mich total. In der Kommunalpolitik und bei meinem Posten als stellvertretender Bürgermeister in Kampen, da ändert sich vorerst nichts.
Du warst ja bei Deinen Ehrenämtern sonst immer gerne der Vize. Beim Golf-Club und davor bei der Interessenvertretung der Gastronomen hattest Du Dich mal in die erste Reihe wählen lassen. Wie lautet denn die Bilanz nach vier Jahren als DeHoGa-Vorstand Sylt? //
D. E.: Da bin ich durch Corona reingerutscht und ich finde, wir haben im Team ein super Krisenmanagement gemacht – jedenfalls waren wir bei den Öffnungs-Strategien immer die Pioniere und haben die Sylter Gastronomen und Hoteliers auf allen Ebenen so intensiv unterstützt, wie es irgend ging. Letztendlich haben wir die Krise gut überstanden. Durch diese Zeit haben sich die Beziehungen auf Sylt in vielen Bereichen verbessert. Vor allen Dingen durch stetige Kommunikation. Aktuell können wir als Erfolg verzeichnen, dass der Berufsschulstandort für unsere Sylter Azubis erhalten bleibt. Aber es gibt natürlich weitere große Themen wie die Bahnverbindungen, die Wohnsituation für Mitarbeitende, der Mangel an Azubis und Fachkräften. Christian Siegling vom Severin’s in Keitum hat jetzt den Vorsitz übernommen. Wenn ich ihn in Zukunft bei Themen unterstützen kann, stehe ich natürlich immer zur Verfügung.
Wie viele Gastronomie-Betriebe gibt es eigentlich auf Sylt? //
D. E.: Wir gehen von einer geschätzten Zahl von 300 Betrieben aus. Davon sind weniger als die Hälfte Mitglied beim DeHoGa.
Es entstand bei Dir jetzt also etwas Platz – für sowas wie die Präsidentschaft des Golf-Clubs. Werner Rudi hat immer gesagt: »Das ist ein Fulltime-Job!« Als letztes Kapitel seiner Ära hat er das komplette Makeover der zwölf von 18 Bahnen begleitet. Was stehen jetzt für Dich für Themen an? //
D. E.: In einem Club mit so vielen Mitgliedern gilt es natürlich auch, soziale Prozesse zu gestalten. Ein schönes Clubleben und die harmonische Stimmung bei uns auf dem Platz und im Clubhaus genießen hohe Priorität. Dafür werden wir uns auf den unterschiedlichsten Ebenen einsetzen. Ein Mini-Beispiel: Wir machen jetzt regelmäßig einen Stammtisch, dort informieren wir die Teilnehmer, nehmen aber auch gern Kritik, Anregungen und am liebsten Lob entgegen. Genauso wollen wir besondere Geburtstage würdigen – hoffentlich vergessen wir keinen. Also alles etwas persönlicher gestalten.
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- Golf-Club
Wie ist denn die Resonanz auf das neue, frische Spielgefühl auf Eurem Platz? //
D. E.: Die allermeisten Golferinnen und Golfer sind begeistert vom neuen Spielerlebnis. Auch dass der Platz jetzt sicherer und ökologischer ist und ganz neue Ausblicke gewährt, stößt auf viel positives Feedback.
Jetzt zu den größeren Projekten der Zukunft. Plant Ihr im neuen Vorstand weitere Baumaßnahmen? //
D. E.: Auf jeden Fall. Natürlich wollen wir auch die letzten sechs Bahnen redesignen – sobald wie möglich. Aber auch im Clubhaus gibt es Renovierungsbedarf, nicht zuletzt im Keller. Es wird also munter weitergehen mit den Bauprojekten. Allerdings müssen wir auch die finanzielle Situation berücksichtigen – wir haben in den letzten Jahren ca. vier Millionen Euro in den Platz investiert. In den nächsten Monaten werden wir wieder Schnupperkurse zur Mitgliedergewinnung veranstalten. Ebenso bleibt die Jugendarbeit ein Schwerpunkt unserer Arbeit!
Wie geht es Euch personell? //
D. E.: Es fehlt uns in der Tat gerade ein Greenkeeper. Wir freuen uns außerordentlich, dass wir eine neue Pächterin für die Gastronomie haben. Ein bekanntes Gesicht: Jasmin Stump, die das »94 Kampen« gemacht hat, wird mit ihrem Küchenchef für frischen Wind in der Clubhaus-Gastronomie sorgen. Außerdem haben wir sonst wirklich ein tolles Team – auch im Vorstand. Eine Ehre, diesen Posten aus den Händen von Werner Rudi zu übernehmen.
Es gibt vier Golfclubs auf Sylt. Mit welchem habt ihr die engsten Verbindungen? //
D. E.: Das Wunderbare auf Sylt ist, dass die Plätze so verschieden sind und komplementär zueinander. Es gibt keine Konkurrenzsituation, sondern ein vielseitiges und abwechslungsreiches Sylter Angebot für Golffans und alle die, die es werden wollen. Kooperationen haben wir aber am meisten mit dem Marine-Golf-Club – da ist mein Freund Kalle Hellner Präsident.
Kommst Du eigentlich auch selbst noch dazu, Sport zu treiben? //
D. E.: Komme jetzt gerade von einem kleinen Lauf zurück und würde gerne im März 2025 die 33 Kilometer Syltlauf mitlaufen. Wenn’s passt, ganz ohne Druck. Ich fahre zudem leidenschaftlich gerne Ski und spiele in Westerland Tennis. Früher war ich auch mal Fußballer beim SCN und TSV Westerland. Na ja, und Golf zu spielen, das lieb’ ich einfach. Auch gerne mit Anspruch und Ehrgeiz. Unsere AK-50-Herren-Mannschaft im Club hat es immerhin schon zwei Mal in die deutsche Endentscheidung geschafft und einmal als Fünfter abgeschlossen…
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DER AKTUELLE VORSTAND DES CLUBS Präsident Dirk Erdmann Vize-Präsidentin Corinne Vorwerk-Riel Schatzmeister Dirk Volquardsen Spielführer Dr. Alexander Cegla Platzwart Rolf-Stephan Hansen Beisitzer Tim Volquardsen & Marc Riel |
DER CLUB IN ZAHLEN Sylt besitzt 4 Golfplätze // der Golf-Club Sylt hat 65 Hektar Grün // 12 von 18 Bahnen sind frisch redesignt // die Baumaßnahme kostete 4 Millionen Euro und dauerte 3 Winter // die Anlage wurde vor 32 Jahren zum ersten Mal bespielt // der Verein hat heute gut 1.300 Mitglieder // statt wie früher eine größere Aufnahmegebühr zahlt jedes Club-Mitglied (Insulaner und junge Menschen zahlen weniger) heute 1.850 Euro Jahresbeitrag, um unbegrenzt spielen zu können // dazu kommen für den Club Einnahmen aus den Green-Fees // Managerin Silke Althoff kümmert sich mit einem 15-köpfigen Team um den Club // vor Dirk Erdmann war der Gründer der ProKampen, Werner Rudi, 15 Jahre Präsident |
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Fotos: Stefan von Stengel
